Junge Professoren und Professorinnen erhalten vom Bundesforschungsministerium eine knappe halbe Million Euro für die Forschung

Von den Forschungsfördergeldern wurde ein Massenspektrometer angeschafft, das mit einer Probenvorbereitung und einer Flüssigkeitschromatografie gekoppelt ist. Hinten: Prof. Dr. Ingo Tausendfreund, einer von denen, die an der Westfälischen Hochschule das Gerät nutzen. Vorne: Service-Ingenieur Christian Gahmann von der Mülheimer Firma Gerstel. Foto: WH/BL

Das Geld aus dem Förderprogramm „FH-Invest 2020“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist für den Ausbau der chemischen und biologischen Analytik.

Das Förderprojekt hat zum Ziel, den Wissens- und Technologietransfer zwischen der anwendungs- und problemorientierten Forschung der Fachhochschulen und kleinen und mittelständischen Unternehmen voranzutreiben und weiter auszubauen. Von den zur Verfügung gestellten Mitteln wurde ein Massenspektrometer angeschafft, das mit einer Flüssigkeitschromatografie und einer automatisierten Probenvorbereitung gekoppelt ist. Dieses Gerät erlaubt eine hochauflösende und schnelle Analytik für eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. So können beispielsweise in einer Spurenanalytik chemische Substanzen in Umweltproben identifiziert oder komplexe analytische Fragestellungen für die Optimierung von chemischen und biotechnologischen Prozessen beantwortet werden. Das Gerät trennt Stoffmischungen bis zur Elementebene und erkennt und misst diese in einem Flugrohr als ionisierte Stoffe über deren Laufzeit. Genauigkeit: im Piktogrammbereich.

Koordiniert wird das Förderprojekt von den Professoren Dr. Rainer Ostermann aus der Chemie und Dr. Katrin Grammann aus der „Molekularen Biologie“. Unterstützt werden sie dabei von weiteren Kollegen der drei Hochschulstandorte Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen sowie von Dr. Ingo Tausendfreund, der seit September die Professur für analytische Chemie hat und in dessen Labor das Gerät aufgestellt wurde.
Die Westfälische Hochschule am Standort Recklinghausen arbeitet derzeit in Forschungsprojekten mit Unternehmen sowie mit weiteren Hochschulen zusammen, um Themen wie die stoffliche Verwertung von Mühlenrückständen als bio-basierte Schmierstoffe, die biotechnologische Gewinnung von Arznei- oder Nahrungsergänzungsmitteln oder die Entfernung von Schadstoffen aus Abwasser voranzubringen. „Neben dem direkten Nutzen zur Analytik in bereits laufenden Projekten sind weitere Forschungs- und Kooperationsvorhaben insbesondere mit Unternehmen aus der Region geplant“, so Rainer Ostermann.

„Eine Geräteausstattung nach dem neuesten Stand der Technik ist nicht nur für Forschungsprojekte wichtig, sondern ermöglicht gleichzeitig eine aktuelle und zeitgemäße Lehre“, sagt Katrin Grammann, die erst kürzlich ein Forschungsgerät für die Analyse von Einzelzellen aus Fördermitteln angeschafft hat und derzeit die Einrichtung eines neuen interdisziplinären Technologiestudiengangs zwischen molekularer Biologie und Chemie koordiniert. Dieser Studiengang soll die Entwicklung nachhaltiger Technologien in den Fokus rücken und zum Wintersemester 2021/22 starten. (BL, FB 8)

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