Wie wir die Corona-Krise stemmen

In Präsenzveranstaltungen muss ein Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern zu Sitznachbarn und -nachbarinnen sichergestellt werden. Hier hat Prof. Dr. Markus Rüter in der Gelsenkirchener Elektrotechnik die nutzbaren Plätze markiert. Foto: WH/Markus Rüter

Seit Anfang des Jahres kämpft die Welt gegen den Corona-Virus. Die Westfälische Hochschule stellt sich den Herausforderungen von Infektionsschutz, Online-Lehre, Präsenzveranstaltungen und Hybridlehre. Teil 4 der Trikon-Serie zur Corona-Krise gibt die Aktivitäten der Hochschule von September bis Ende Oktober 2020 wieder.

(BL) Mit Beginn des Wintersemesters am ersten September erläuterten Präsident und Kanzler den Hochschulmitgliedern, unter welchen Corona-Schutzbestimmungen Anfang November der Lehrbetrieb und nachfolgend der Prüfungsbetrieb in einer Mischung aus Präsenzveranstaltungen und Veranstaltungen im Distance-Learning-Modus verwirklicht werden kann. Als Stichwort setzt sich dabei das „Hybrid-Semester“ durch als ein Gebilde aus verschiedenen Bestandteilen.

Bereits seit Anfang Oktober gilt in allen Hochschulgebäuden auf den Verkehrsflächen – das sind Flure, Foyers und Ähnliches – die Pflicht, eine textile Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, da die Hochschulleitung davon ausgeht, dass der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht immer gewährleistet werden kann.

Präsenzlehrveranstaltungen werden auf maximal 50 Personen beschränkt. Jeder Teilnehmende muss einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern zu Sitznachbarn und -nachbarinnen einhalten. Nur dann darf im Sitzen die Mund-Nase-Bedeckung abgenommen werden. Für alle solcherart durchgeführte Lehrveranstaltungen und ebenso für Gremiensitzungen und Besprechungen gilt, dass die Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer entsprechend der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (§2a) durch Teilnehmerlisten hergestellt werden muss. Wenn diese Regeln aus räumlichen oder zahlenmäßigen Gründen nicht eingehalten werden können, müssen Lehrveranstaltungen in den Distance-Learning-Modus wechseln.

Die früher allgemein zugänglichen Lernarbeitsplätze in den Foyers bleiben weiterhin gesperrt. In den Fachbereichen können jedoch Lernarbeitsplätze eingerichtet werden, sofern sie die Sicherheitsabstände garantieren, sich nicht mehr als zehn Personen in einem Raum gleichzeitig aufhalten und die Rückverfolgbarkeit von Kontakten durch Teilnehmerlisten mit Nutzungszeiten der einzelnen Personen geführt werden. Außerdem gelten die allgemeinen Hygienerichtlinien des Robert-Koch-Instituts, dessen Internetadresse die Hochschulmitglieder zu diesem Zeitpunkt sicherlich schon auswendig aufsagen können: https://www.rki.de.

Vermietungen von Räumen bleiben weiterhin untersagt, Veranstaltungen „geselliger Art“ mindestens bis Ende des Jahres nicht erlaubt.
Die Durchführung von Präsenzprüfungen wurde bereits zum Ende des Sommersemesters geübt und im Oktober umgesetzt. Die Regeln dazu werden auch für das Wintersemester gelten: keine Menschenansammlungen, Sicherheitsabstände zwischen Sitzplätzen, Rückverfolgbarkeit der Anwesenden. Auch hier gilt für die Räume der Westfälischen Hochschule: nie mehr als 50 in einem Raum.

Schichtbetrieb beim Personal
Die bereits bestehenden Regeln des wechseltäglichen Schichtbetriebs in der Hochschulverwaltung und beim Zentrum für Informationstechnik und Medien werden bis Ende des Jahres 2020 aufgelockert. Maßgeblich dabei ist die Wahrung der  dienstlichen Notwendigkeiten, ohne dass grundsätzlich mehr als eine Person in einem Büro zeitgleich arbeitet. Die Arbeit selbst kann daher bislang ohne Maske erfolgen.

Positiver Coronatest
Ende September veröffentlicht das Sachgebiet „Arbeitssicherheit“ der Westfälischen Hochschule einen betrieblichen Melde- und Maßnahmenprozess im Falle von Covid-19-Verdachtsfällen. Dabei unterschieden wird, ob der positive Coronatest vom Gesundheitsamt festgestellt wurde oder das Ergebnis etwas eines Schnelltests ist, der noch nicht vom Gesundheitsamt bestätigt wurde. Auch ohne Bestätigung durch das Gesundheitsamt soll sich der Betroffene umgehend an seine/-n Vorgesetzte/-n wenden, der für die betroffene Person unverzüglich Homeoffice anordnet. Ebenfalls unverzüglich müssen die betrieblichen Kontaktpersonen ermittelt werden. Das sind Personen mit mindestens 15-minütigem direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht bei Unterschreitung des 1,5-Meter-Abstands und ohne Mund-Nasen-Bedeckung. Auch die Kontaktpersonen wechseln sofort ins Homeoffice. Die Homeoffice-Anordnung gilt bis zur Feststellung des Gesundheitsstatus der Verdachtsperson durch das Gesundheitsamt.

Hat das Gesundheitsamt den positiven Test ermittelt oder bestätigt, erfolgt die Kontaktnachverfolgung und Quarantäneanordnung durch das Amt. Gleichzeitig muss die Personalverwaltung benachrichtigt werden, die wiederum die Arbeitssicherheit in Kenntnis setzt. Das Vorgehen bei Coronapositivtestung durch das Gesundheitsamt gilt sinngemäß nicht nur für die Mitarbeitenden der Hochschule, sondern auch für die Studierenden.

Cafeterien öffnen wieder
Monate lang waren die Mensen geschlossen, wochenlang gab es in Gelsenkirchen warmes Essen nur vom Imbisswagen zum Mitnehmen. Seit der zweiten Septemberhälfte ist die Cafeteria in Gebäude A7 am Standort Gelsenkirchen wieder geöffnet, von 08:30 bis 13 Uhr und auch mit warmen Gerichten. Und Gastronomieleiter Jörg Kolbe ließ schon früh durchblicken, dass die Akafö-Mitarbeiter und -mitarbeiterinnen immer wieder für kleine Überraschungen sorgen wollen, um für Abwechslung zu sorgen. Stichwort: Pizza to go. Allerdings wurde dafür die Lounge in Gebäude B geschlossen. Und natürlich gelten die üblichen gastonomischen Hygieneregeln wie das Tragen einer Mund-Nase-Maske und die Handdesinfektion. Auch die Bocholter Cafeteria ist wieder offen. Wann die Mensen wieder öffnen, war bis zum Redaktionsschluss dieser Trikon-Ausgabe noch unsicher: Es müssen umfangreiche Maßnahmen für die Sicherheit der Menschen in der Mensa getroffen werden und die Corona-Schutzbestimmungen sichergestellt werden. In Recklinghausen war die Mensa ohnehin noch fast den ganzen Oktober hindurch mit Prüfungsterminen belegt, die einen Mensabetrieb nicht zuließen. Ab dem dritten November soll dort die Cafeteria aber wieder von acht bis 13 Uhr offen sein, hat allerdings nur „To-go-Betrieb“. Der Vor-Ort-Verzehr bleibt noch bis Ende Januar gesperrt, weil die Mensa als Vorlesungsraum gebraucht wird.

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