Studienpreise in Gelsenkirchen

Trotz der Pandemie wurden die Studienpreisträgerinnen und -preisträger der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen zumindest mit einem kleinen Online-Festakt geehrt. Für WH-Veranstaltungsmanager Marcel Böcker (oben l.) bedeutete schon das Jahr 2020 alle Planungen zurückzuschrauben und in neuen Formaten zu denken. Bei der Online-Absolventenehrung am Ende Januar sorgte er für den reibungslosen Ablauf. Mit der Einspielung der Laudatorinnen- und Laudatoren-Videos unterstützte er den Hochschulpräsidenten und Moderator Prof. Dr. Bernd Kriegesmann (oben 2.v.l.), der die Studierenden willkommen hieß. Die Studienpreisträgerinnen und -preisträger, Erich-Müller-Standortpreisträgerinnen sowie AGR- und DAAD-Preisträger 2020 sind: Von oben rechts der Reihung folgend nach unten Sebastian Benkert (Studienpreis), Mark Lux mit Partnerin (Studienpreis), Jan-Phillip Bilek (Studienpreis), Henning Reetz mit Partnerin (Studienpreis), Leonie Brüggestrat (Studienpreis), Santiago Eduardo (AGR-Preis), Raphael Springer (Studienpreis), Johanna Maria Barfuß (Studienpreis und Erich-Müller-Preis, Kategorie Master), Nina Häselhoff (Studienpreis und Erich-Müller-Preis, Kategorie Bachelor) sowie Alejandro Acosta Rodriguez (DAAD-Preisträger). Die Erich-Müller-Preise werden vom Reisedienst Nickel und von der Sparkasse Gelsenkirchen gestiftet. Als Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Gelsenkirchen und in ihrer Funktion als Vorsitzende und Geschäftsführerin des Hochschulförderkreises Gelsenkirchen verlieh Stephanie Olbering (unten r.) die Erich-Müller-Preise und freute sich über die außergewöhnlichen Leistungen der Studierenden trotz Corona. Den AGR-Preis als „Studienpreis für Mensch und Umwelt in der Region“ erhielt der Bocholter Bionik-Student Santiago Eduardo von Dr. Susanne Raedeker und Joachim Ronge (beide AGR), die ebenfalls am Online-Festakt teilnahmen (oben 3.v.l.). Den DAAD-Preis überreichte Kriegesmann virtuell an Alejandro Acosta Rodriguez (unten 1.v.l.), der am Hochschulstandort der Westfälischen Hochschule in Recklinghausen studiert. Foto/Zoom-Screenshot: WH/MV

Die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen verabschiedete ihre besten Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2020 mit einem „kleinen Festakt“ coronabedingt im Online-Format. Acht Absolventinnen und Absolventen erhielten einen Preis als Jahrgangsbeste ihres Studiengangs. Die Preise wurden virtuell überreicht. Darüber hinaus erhielten zwei aus dem Kreis der jahrgangsbesten Studierenden den Erich-Müller-Preis als Auszeichnung für die innovativste Abschlussarbeit am Hochschulstandort Gelsenkirchen. Ausgezeichnet wurden die jeweils beste Bachelor- und Master-Abschlussarbeit. Die Studienpreisträger kommen neben Gelsenkirchen aus Bochum, Gladbeck, Mühlheim an der Ruhr, Olfen und Witten.

(MV) Gemeinsam mit dem Gelsenkirchener Hochschulförderkreis verlieh die Westfälische Hochschule Ende Januar in einer Online-Veranstaltung den erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2019/2020 virtuell Anerkennungen für ihre hervorragenden Studienleistungen in einem coronabedingt ungewöhnlichen Abschlussjahr, das eine − wie sonst üblich – richtige Feier mit vielen Gästen nicht zuließ. Die besten Absolventinnen und Absolventen des Hochschulstandorts Gelsenkirchen im Prüfungsjahr 2019/20 erhielten Studienpreise und neben einer Urkunde einen Scheck über 300 Euro, der vom Hochschulförderkreis Gelsenkirchen gesponsert wurde. Preisträgerinnen und -träger waren fünf Bachelor- und drei Master-Absolventen.

Zusätzlich gab es zwei Preise für die standortbesten Studienpreisträger: einer in der Kategorie „beste Bachelor-Abschlussarbeit“ und einer in der Kategorie „beste Master-Abschlussarbeit“. Der Bachelor-Standortpreis ist mit 750 Euro dotiert, gestiftet vom Reisedienst Nickel, der Master-Standortpreis ist mit 1.500 Euro dotiert und wird von der Sparkasse Gelsenkirchen getragen. Benannt ist der Gelsenkirchener Standortpreis nach Erich Müller, dem Gründer des Förderkreises.

Die Online-Feier eröffnete Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann. Er beglückwünschte die Studierenden zu ihren hervorragenden Leistungen „in diesen surrealen Zeiten“. Gelsenkirchens neue Oberbürgermeisterin Karin Welge wandte sich mit einer Videobotschaft an die Absolventinnen und Absolventen. Stephanie Olbering, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des „Förderkreises der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen“, verlieh virtuell die beiden Erich-Müller-Preise als Sonderauszeichnungen.

Neben den Studienpreisen und dem Erich-Müller-Standortpreis überreichte die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhr (AGR) den „Studienpreis für Mensch und Umwelt in der Region“, der in diesem Jahr erstmals einem Bocholter Studenten verliehen wurde. AGR-Geschäftsführer und Vorsitzender Joachim Ronge und Dr. Susanne Raedeker, AGR-Managerin für Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, waren dem Online-Festakt zugeschaltet und ehrten ebenfalls den Preisträger. Der AGR-Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Den Sonderpreis der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhr (AGR) erhielt der Bocholter Bionik-Student Santiago Eduardo, der aus Magdeburg kommt. Eduardo befasste sich in seiner Abschlussarbeit mit der Morphologie des Filtrationssystems zur Aufnahme von Nahrungspartikeln bei einer speziellen Sardinenart. Er analysierte das System des Fisches, um die zugrundeliegenden Mechanismen besser verstehen zu können. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen der Filtration wurde ein 3-D-Modell konstruiert und in Versuchen getestet. Eine mögliche Anwendung des vom Fisch inspirierten Filters sind Waschmaschinen, um dadurch Mikroplastikemissionen zu reduzieren und so die Umwelt besser zu schützen.

Den DAAD-Preis (Deutscher Akademischer Austauschdienst) für besondere Wertschätzung ausländischer Studierender in Deutschland sowie die Sichtbarmachung ihrer Leistungen ging in diesem Jahr an den in Havanna geborenen kubanischen Studierenden Alejandro Acosta Rodriguez. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und fördert mit öffentlichen Mitteln die internationale akademische Zusammenarbeit, insbesondere den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Rodriguez studiert am Hochschulstandort Recklinghausen im Bachelorstudiengang „International Business Law and Business Management“. „Sein herausragendes altruistisch-soziales Engagement und seine hervorragenden Studienleistungen empfehlen Alejandro Acosta Rodriguez für die Auszeichnung mit dem DAAD-Preis 2020“, urteilte die Jury über den Preisträger. Die Ehrung verlieh Hochschulpräsident Prof. Dr. Bernd Kriegesmann.

Die Studienpreisträgerinnen und -preisträger 2020 sind: Johanna Maria Barfuß (Olfen, Masterstudiengang „Management“), Sebastian Benkert (Mülheim an der Ruhr, Bachelorstudiengang „Maschinenbau“), Jan-Phillip Bilek (Gelsenkirchen, Bachelorstudiengang „Wirtschaft“), Leonie Brüggestrat (Witten, Masterstudiengang „Kommunikationsmanagement“), Nina Häselhoff (Gladbeck, Bachelorstudiengang „Medizintechnik“), Mark Lux (Gladbeck, Masterstudiengang „Elektrotechnik“), Henning Reetz (Bochum, Bachelorstudiengang „Maschinenbau“) und Raphael Springer (Gelsenkirchen, Bachelorstudiengang „Medieninformatik“).

Den Erich-Müller-Preis erhielt die Gladbeckerin Nina Häselhoff in der Kategorie „beste Bachelor-Abschlussarbeit 2020“. In ihrer Bachelorarbeit entwickelte Häselhoff in Kooperation mit der schottischen Universität Dundee einen sogenannten Bioreaktor. An der schottischen Hochschule wird schon länger zum Thema „künstliche Gewebeentwicklung des Bewegungsapparates“ geforscht. Häselhoffs Bioreaktor sollte speziell für die Anatomie einer Fingersehne entworfen werden. Der Ansatz der sogenannten FDP-Sehne an den Fingerknöcheln ermöglicht die Beugung der Finger. Ihr nun entwickelter Bioreaktor enthält eine kleine schützende Kammer, in der das sehr empfindliche, gezüchtete Sehnen-Gewebe an einem Stück an den künstlichen Knochen anwachsen kann.

Der Erich-Müller-Preis für die „beste Master-Abschlussarbeit 2020“ am Standort Gelsenkirchen ging an Johanna Maria Barfuß aus Olfen. Barfuß untersuchte in ihrer Arbeit den Einsatz von „Künstlicher Intelligenz“ (KI) im Recruiting (Personalbeschaffung). Die Einsatzmöglichkeiten seien dabei vielfältig und vielversprechend, so Johanna Maria Barfuß. Jedoch hänge der Erfolg der Technologie im Recruiting von der Wahrnehmung und Akzeptanz durch die Bewerberinnen und Bewerber ab, weshalb sich die Arbeit auf die Bewerberperspektive fokussierte. Ihre Untersuchung mit Angehörigen der sogenannten Generation Z zeige hier eine differenzierte Bewerberwahrnehmung, die von euphorisch bis äußerst skeptisch reicht. Der Generation Z werden überwiegend diejenigen zugerechnet, die von 1997 bis 2012 zur Welt gekommen sind. Unter bestimmten Voraussetzungen wie der Wahrung von Persönlichkeit, größtmöglicher Transparenz sowie der Einhaltung von Ethik und Datenschutz werde der Einsatz von KI im Recruiting jedoch akzeptiert, resümiert Barfuß in ihrer Master-Abschlussarbeit.

 

Fotogalerie